Es war der 24. Oktober 1871. Mackenzie hatte an diesem Herbstabend erst spät am Ufer des Loch Nis angelegt. Nachdem er sein Boot festgebunden und die Ausrüstung - das Netz und die Angeln - unter die Arme geklemmt hatte, schlurfte er so schnell wie er mit seinem Hinkebein vorankommen konnte. Er stolperte zu den ersten spärlich beleuchteten Häusern von Drumnadrochit. Wer ihn gesehen hätte, vorausgesetzt er hätte den ansonsten so in sich ruhenden alten Mann gekannt, der wäre mehr als verwundert gewesen, wie fahrig, wie hastig, ja, wie verängstigt der bärtige Mac an diesem Abend von den steinigen Ufern des riesenhaften Süßwassersees wegzukommen trachtete.
Am Wirtshaus angekommen riss er die Pforte auf und stellte sich mit schwächlichen Knien an den Tresen. Als der lange Connory ihn sah, schob er ihm mit den Worten "Welcher Teufel ist dir denn begegnet?" einen doppelten Macallan vor die schlotternden Hände. Mackenzie schüttete das milde Feuer in seinen Schlund und schaute dann gedankenverloren auf das speckige Eichenholz der Theke. Seit vierundvierzig Jahren fuhr er tagaus, tagein auf diesen See, aber das, was er heute gesehen hatte, das ließ ihm das Mark in den kalten Knochen erstarren!
"Was ist los mit dir, Mac?" rief einer aus dem hintersten Kneipeneck. "Hat dich deine Frau geprügelt?" Unter den zahnlosen Alten brach ein leise meckerndes Gelächter aus, als wollten sie sich ihren bissigen Spaß selbst nicht eingestehen. Seine schöne Meghan war vor sechzehn Jahren gestorben, ertrunken im Loch Nis. Keiner hatte damals wirklich gesehen, was passiert war, als sie von ihrem allabendlichen Spaziergang zum Seeufer nicht mehr nach Hause zurückgekehrt war. Aber daran dachte der Fischer jetzt nicht, auch wenn er in den letzten sechzehn Jahren keinen Tag erlebt hatte, ohne an seine Meg zu denken. Als Mackenzie sich langsam in die Ecke der Zahnlosen umdrehte, wurde einer der Greise nach dem anderen kreidebleich. "Okay", flüsterte Mac. Er wollte die Sache nun loswerden.
Fortsetzung folgt? - Vielleicht ein sinnloses Experiment, aber: die vielstimmige Fortsetzung dieser Geschichte in der Kommentarfunktion würde mir ja gefallen...
Freitag, 21. November 2008
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25 Bodensignale:
Hrrrgh, da scheitert es ja wieder an meiner mangelnden Kreativität. Aber ich will auch wissen, wie es weiter geht.
Exakt, hrrrgh, ich möchte auch wissen, was Mac da gesehen hat!!! Habe keine Ahnung...
Na gut, dann versuch ich es mal:
Seine Händer zitterten immer noch, aber hier unter all den Menschen, die ihm geholfen, ihm Trost gespendet hatten nach seinem schrecklichen Verlust, kam er langsam wieder zur Ruhe. Vom zweiten Whisky, den Connory ihm unaufgefordert vorsetzte, nippte er nur kurz, dann atmete er noch einmal tief durch.
„Ich war heute“, begann er,“wie an allen anderen Tagen vorher auch auf dem Loch.“
„Na das ist ja mal eine Sensation“, murmelte der alte Flanagan, aber niemand lachte.
„Ich war allein da draußen“, fuhr Mackenzie fort. „Nur Old Jack war bei mir an Bord.“
Old Jack, seinen alten Hund kannten Sie alle. Das Dorf hatte damals beschlossen, Mackenzie einen Hund zu schenken, damit der ihm helfen sollte, über den Verlust der geliebten Frau hinwegzukommen.
„Außerdem“, pflegte der alte Logan immer zu sagen,“tut es einem Mann nicht gut, wenn er abends in ein leeres Heim zurückkehren muss. Da kommt er nur auf dumme Gedanken.“
Old Jack war natürlich noch ein Welpe, als sie ihn Mackenzie schenkten. Jetzt aber war er ein genau so alter Bursche wie sein Herr und wie er wäre er am liebsten auch in der warmen Stube geblieben, gerade an einem kalten Herbsttag wie heute.
„Ich war also mit Old Jack draußen auf dem See, als der Nebel aufkam.“
Die anderen nickten. Nebel in dieser Jahreszeit war nichts außergewöhnliches und so mancher Fischer war schon auf dem See von plötzlichem Nebel überrascht worden, so dass er ohne eine Möglichkeit zur Orientierung hilflos auf dem See trieb.
Nicht selten ruderte man dann im Kreis herum und musste dann eine klamme Nacht im Boot auf dem Wasser verbringen in der Hoffnung, dass die Sonne am nächsten Morgen den Weg weisen würde.
Nicht jeder schaffte es, und so kam es immer wieder einmal vor, dass man Tage später die steifgefrorenen Körper aus den dahintreibenden Booten bergen musste.
Manchmal waren die Boote, die man ans Ufer holte, auch leer.
Immer, wenn das geschah, machte wieder die Geschichte von dem Monster, das in den Tiefen des Sees hausen sollte, die Runde.
Die Männer wussten um die Gefahren, die der See barg, aber was sollten sie anderes tun?
Sie waren Fischer, es war ihr Leben.
„Der Nebel war seltsam“, erzählte Mackenzie. „Normalerweise beginnt er auf dem See und breitet sich dann langsam bis zum Land hin aus. Du hast, wenn Du nicht gerade mitten in der Nebelbank steckst, immer noch die Chance, rechtzeitig ans Ufer zu kommen. Aber dieser Nebel war anders. Er begann am Ufer. Zuerst nur ein Dunststreifen, nichts, dem man Beachtung hätte schenken müssen.
Aber plötzlich war es wie eine riesige Wand. Und diese Wand kam näher.“
Gruselstarke Geschichte... *bibber*
Was ist Mackenzie da draußen nur widerfahren? Was ist das für ein ominöses neues Nebelphänomenam Loch Nis?? Und wo ist denn Old Jack???
Nicht überall, wo Nebel draufsteht ist auch Grusel drin.
Aber ich wüsste auch ganz gerne, was Mackenzie denn nun tatsächlich gesehen hat.
Interessant finde ich auch deine Anmerkung:
"...Manchmal waren die Boote, die man ans Ufer holte, auch leer. Immer, wenn das geschah, machte wieder die Geschichte von dem Monster, das in den Tiefen des Sees hausen sollte, die Runde..."
Das Ungeheuer von Loch Nis wurde ja im Laufder Jahrhunderte immer mal wieder gesichtet und beschrieben. Wikipedia belehrt uns beispielsweise wie folgt:
"...Ein typischer Fall für eine angebliche Sichtung mit unbefriedigenden „Fakten“ über Nessie ist der Fall vom Oktober 1871: Bei diesem Ereignis beschrieb ein gewisser D. Mackenzie etwas, das sich zuerst langsam bewegte und sich dann mit höherer Geschwindigkeit entfernte..." (http://de.wikipedia.org/wiki/Ungeheuer_von_Loch_Ness)
Hmmm, aber ob das wiederum etwas mit unserem Mackenzie im Fischerdörfchen Drumnadrochit zu tun hat?!? Wer weiß,wer weiß...
Ungeheuer, die in schottischen Seen hausen sollen? Hat man so etwas Verrücktes schon mal gehört?
Mackenzie und der Schrecken von Drumnadrochit - TEIL III
"Ungeheuer, die in schottischen Seen hausen sollen? Hat man so etwas Verrücktes schon mal gehört?" maulte der alte Flanagan heiser hinter seinem undurchdringlichen Pfeifenqualm hervor. Mackenzie hatte sein abendliches Erlebnis auf dem See zu Ende erzählt, und mit jedem neuen Satz war die story seltsamer geworden.
Connory hatte beim Zuhören mehrfach Kreuze geschlagen, seinen Gästen und sich immer wieder Whisky nachgeschenkt und schließlich war er auf den Tresen gesprungen, um mit geballter Faust zu brüllen: "Es waren die Engländer! Es können nur die Engländer gewesen sein!"
Der alte Logan trat näher zu Mackenzie. "Du meinst also wirklich", sagte er leise und im freundschaftlichen Tonfall, wie es eben seine Art war, "du meinst also, es war eine Botschaft?"
"Genau", nickte Mac, "ich kann es mir ja selbst nicht erklären. Es war ein ... ein ... er sei vom Mark... Marketing, hatte er gesagt", sagte der alte Fischer.
"Moment mal, Mac!", Flanagan wütete groß wie eine Wachtel aus seiner Ecke hervor und schleuderte die rauchende Pfeife in die Luft, wo sie eine erstaunliche Kapriole vollführte. "Mac!", meckerte Flanagan, "wir kennen uns seit 66 Jahren und du warst schon immer ein Hornochse! Aber die Sache mit diesem ... diesem Marketingtypen, der aus dem Ufernebel herausgequollen sein soll, um dir eine Botschaft aus der Zukunft zu geben... Mannomann Mac! Ich meine, du bist ein Hornochse!" Connory nickte geistesabwesend auf seinem Tresen.
"Aber angenommen, er hat Recht?" dachte der stets nachdenkliche Logan laut nach, "angenommen, wir könnten wirklich Kapital aus dieser alten lächerlichen Ungeheuer-von-Loch-Nis-story schlagen?! Nehmen wir einfach mal an, dass tatsächlich einige Besucher nach Drumnadrochit kommen würden, die ihren Whisky bei Connory trinken und irgendwo in einem Gästebett übernachten wollen, damit sie am Morgen..."
"...auf Monsterjagd gehen, wie?!!" unterbrach ihn Flanagan. "Das ist ja wohl die dümmmmmhhh...", der wütende Alte stockte, "das ist ja wohl verdammt! - die scheißallerbeste Idee, die in Connory´s stinkendem Laden jemals auf die Beine gestellt wurde!!!"
Alle sahen gebannt auf die Wachtel Flanagan und beobachten ungläubig deren unerwarteten Gemütswandel. Flanagan war wie ein Stimmungsbarometer fürs Dorf, das immer zuverlässig auf missmutig zeigte. Die plötzlich so heiteren GEsichtszügen des zahnlosen Alten verunsicherten jetzt alle.
"Wir sollten es versuchen, Leute!" hörten sie Logan leise sprechen. Mac atmete auf. Die unheimliche Begegnung mit diesem nebulösen Experten für Tourismusmarkerting aus dem 21. Jahrhundert hatte ihn ja doch sehr aufgewühlt; Flanagan´s und Logan´s Zustimmung war ihm nun eine große Erleichterung.
"Okay", lallte Connory, "dann mache ich den Anfang! Ab morgen *hcks* werde ich meinen Laden hier umtaufen auf den Namen >>Nessie´s Bed and Breakfast<< und dann soll das nur kommen dieses Tu Tu Touristenpack!!!" Die Männer applaudierten stehend ob so viel Tatendrangs.
Plötzlich hörten sie es an der Kneipentür kratzen, als würde der Sensenmann da draußen selbst seine Kreidestriche auf das ausgehärtete Eichenholz zeichnen. Es wurde mucksmäuschenstill. "Old Jack!" rief Mac mit einem Mal durch das Schweigen. Alle Männer dachten, der alte Hund des Fischers sei beim Versuch, jener mysteriösen Nebelgestalt hinterher zu jagen, im See ertrunken. Aber war es jetzt wirklich Old Jack, der da draußen an der düsteren Nacht-und-Nebel-Tür kratzte? Mit einem Mal öffnete sich die Eichenpforte in ihren rostig quietschenden Scharnieren...
Eine brilliante Wendung.
Aber wie mag es jetzt nur wieder weitergehen?
Hm, das hängt wohl davon ab, wer zur Tür reinkommt?!
Der Sensemann? (wäre irgendwie offtopic)
Old Jack? (aber kann ein Hund die Tür öffnen?)
Der Marketing-Experte aus dem 21. Jahrhundert? (ob das den plot einfacher machen würde?!?)
Oder vielleicht sogar schon der erste Loch-Ness-Tourist?!?
Oder...???
Man weiß es nicht... - Noch nicht!!! (Ich lasse mich dann mal überraschen;)
Sorry ihr beiden, kann mich erst wieder beteiligen - vorausgesetzt, mir fällt auch was ein ;) - wenn ich wieder daheim bin.
Öhm, wenn ihr bis dahin nicht schon fertig mit der Geschichte seid, natürlich. (Und in diesem Moment habe ich eure fortgesetzte Geschichte nichtmal gelesen... Wenn ich wieder da bin hol ich das nach. ;))
Liebe Grüße aus dem kalten Nordosten
(Wortbestätigung übrigens heute:
"ioungshe"!)
/Meise
Och, die Fischer in Europas Nordwesten haben viel Zeit...
Gruß an dich in Deutschlands Nordosten!
Hrrrgh.
Mir fällt alles Mögliche ein, nur nix zu Loch Nis und Drumnadrochit. :(
Aber wenn die Fischer im Nordwesten noch ein bisschen Zeit haben und Geduld haben... ;)
Knapp zwei Meilen weit entfernt von Drumnadrochit und Connorys Wirtshaus, bibberte ein Mann in seinem Regenzeug vor sich hin. Er hielt sich in der alten Burgruine von Urquhart Castle versteckt, die später einmal, zu seiner Zeit, für Touristen ein beliebter Aussichtspunkt werden sollte.
Er war sich nicht mehr sicher, ob dies wirklich ein guter Plan gewesen war.
Alles hatte genauso geklappt, wie es vorgesehen war und trotzdem regten sich jetzt Zweifel in ihm. Jedoch... hatte er eine Wahl gehabt? Seine Familie stand kurz vor dem Ruin und wenn er hier, in der Vergangenheit, die Möglichkeit hatte, etwas zu ihren Gunsten zu verändern, dann musste sich sein Opfer doch lohnen, oder nicht? Allerdings... konnte er sich sicher sein, dass die Auswirkungen bis hinein in seine Zeit reichen würden?
Er schüttelte den Kopf. Seine Rückkehr war ohnehin unmöglich. Und „daheim“ alles präpariert, dass es nach einem Unfall aussehen würde, seine Familie würde ohnehin ein wenig Geld von der Lebensversicherung bekommen. Aber wenn er sichergehen wollte, dann musste er sich hier niederlassen und dafür sorgen, dass die Geschichte vom Ungeheuer im Loch Nis nicht wieder in Vergessenheit geriet...
Bin gebeistert!!! ähm ... begeistert!!!
Zeitreisende und Nessie - das ist doch ein plot für Spielberg! Mindestens! Jawohl!!!
Ladies and Gentlemen, dies war nun der IV. Streich aus der Reihe "Mackenzie und der Schrecken von Drumnadrochit" - und Teil V. folgt ... folgt ... zugleich?!?
*grins* Schön, dass ich hier etwas zu beitragen konnte. ;)
(Wortbestätigung heute: thracker) ;)
Mackenzie und der Schrecken von Drumnadrochit - TEIL V
Es war eine kalte, nasse Nacht, und die alten, durchlöcherten Granitmauern von Urquhart Castle boten nur wenig Schutz. Trevor hätte gerne ein Feuer gemacht, aber er verwarf den Gedanken; er wollte nicht, dass man ihn entdeckte. Noch nicht! Erst musste er sich auf seine neue Rolle einstellen, auf die neue Zeit.
Schon wieder eine neue Zeit! Klar, er war nun immerhin in Schottland, und Trevor Thracker kannte Schottland natürlich wie seine eigene Westentasche. In Urquhart Castle hatte er schon Hunderte von deutschen Reisegruppen begleitet. Und in Drumnadrochit hatte er seit dreißig Jahren immer dasselbe Gästezimmer.
Aber Trevor Thracker, geboren in Glasgow, als Kind nach Deutschland gekommen zu den Großeltern, erst nach Köln, später nach Berlin, wo er 1977 das Reiseunternehmen "Drumnadrochit Tours" gründete und voll auf dem Nessie-Kult mitreitete und ordentlich Kohle verdiente - tja, Trevor Thracker war jetzt in einem ziemlich fremden Schottland angekommen: Drumnadrochit im 19. Jahrhundert!
Aber das war noch nicht alles. Die Zeitreise! Sie machte ihn reichlich fertig. Er hatte vorher ja jede Menge darüber gelesen, er hatte die Zeitreisentechnik geradezu studiert. Und als er den tödlichen Motorradunfall so vorbereitete, dass keiner Zweifel an seinem Tod irgendwo im abgelegenen Osten von Berlins haben würde, da überkamen ihn dann doch erste Zweifel, ob er die Zeitreisen, die er vorhatte, unbeschadet überstehen würde. Es ging nicht nur um das 19. Jahrhundert - und das wäre wahrlich schon genug -, aber nein, es ging ja um die sogenannte "Weyprecht´sche Tiefenschleife": diese ganz besondere Zeitreisenrunde, die ihn erst weit, weit zurückführen sollte, ins Erdmittelalter, um genau zu sein! Und danach zusammen mit seiner Beute punktgenau zurück zum 24. Oktober 1871! Also, das war nicht ohne! Das war wirklich nicht ohne!
Dennoch, Trevor Thracker war guter Dinge. Nachdem der Zeitreisende Carl Weyprecht seine detaillierten Beschreibungen im 21. Jahrhundert hinterlassen hatte, die sich bald zu einem Bestseller entwickelten, konnte jeder, der sich ernsthaft damit beschäftigte, zu einem Zeitreisenprofi werden. Trevor wurde einer! Auch den Minimalisierungsefekt beherrschte er aus dem FF! Er musste lächeln und fasste sich von außen an sein Regencape, um darunter in seiner Westentasche das kleine Fläschchen zu spüren. Es war noch da! Und darin war eines der größten Wunder, die sich die Welt nicht einmal in einem ihrer irrsten Verwirrungen hätte vorstellen können...
Nachdem Trevor Thracker am frühen Abend dem Zeitnebel entsprungen war und diesen Fischer getroffen hatte, dem er bei dieser Gelegenheit gleich einmal ordentlich ins Gewissen redete - man musste diese Leute einfach ein wenig anregen! Innen-Marketing betreiben sozusagen! Zukunftsfähiges Tourismusmanagement! -, nachdem er schließlich in die alten Burggemäuer gelangt war, wusste er, es war Zeit, sich auf den wichtigsten Akt seiner Expedition zu konzentrieren: Das Wesen, das er gerade zuvor im Mesozoikum geortet, minimiert und mit in die "Weyprecht´sche Tiefenschleife" genommen hatte, musste er nun schnell wieder auf Normalgröße zurückholen - und dann ab in den See! Trevor blätterte noch einmal in den Weyprecht´schen Anweisungen, bevor er dann langsam das kleine Whisky-Fläschchen aus der Westentasche holte, den Verschluss öffnete und das extrem verkleinerte Tier herausschüttelte, direkt auf sein nasses Taschentuch mit der Aufschrift "Drumnadrochit Tours".
Dann begann er Schritt für Schritt, exakt wie von Weyprecht beschrieben, mit der Remaximierung seines mesozoischen Plesiosaurus...
Meine Herren!
Da hast du aber was gezaubert!
Welch eine Kühnheit, gleich zwei Zeitreisen einzubauen und auch noch einen minimierten Plesiosauraus seiner mesozoischen Heimat zu berauben!
Alle Achtung!
Und wie lustig, dass meine Wortbestätigung zu seinem Namen wurde. :)
(heute übrigens: unumendo! Bei dir gibt's irgendwie die schönsten Wortbestätigungen.)
Ähm. Ich meinte natürlich den Namen des Mannes, nicht den des Plesiosauriers. ;)
Wieso kühn? Kennst du die Weyprecht´sche Tiefenschleife etwa nicht? Hast du den Bestseller des Zeitreisenden aus dem 26. Jahrhundert, der eine Weile mikroskopisch klein unter Waldameisen verbrachte, noch nicht gelesen???
Na, da wirds aber Zeit...
Frag mal in deinem Buchladen nach!-)
PS: Ich formuliere die Wortbestätigungen für meine Webloggäste immer eigenständig vor, weißt du.
Aaah, verdammt, daher kannte ich es. *grins*
Und du schriebst, er verbrachte seine Zeit eine Weile unter Ameisen. Heißt das, er ist von ihnen fort? Ist er wieder großgeworden?
Uiuiui, "shestyra" ist's heute. Wie du dir nur diese vielen originellen Wortbestätigungen einfallen lassen kannst. Ich staune. :)
Bei Erzählungen über Zeitreisende kann die Zeit schon mal etwas durcheinander geraten... Weyprecht befindet sich meiner Kenntnis nach derzeit noch immer unter den Waldameisen und sucht nach Fluchtwegen, um zu den Menschen des beginnenden 21 Jahrhunderts zu gelangen. Ich glaube, er wird - wenn die Zeit dafür gekiommen ist - seine Geschichte auf dieser Plattform noch zu Ende erzählen... - Aber jetzt sind wir ja erst enimal bei Trevor Thracker und den Fischern von Drumnadrochit!
*illec*!
Ah, sehr schön. Freue mich, wenn es für Weyprecht weitergeht. ;)
Gut. Dann wollen wir vorher mal schauen, was Trevor Thracker noch so ausheckt und wie es Mackenzie und Connory ergehen wird...
*wingl*
Mackenzie und der Schrecken von Drumnadrochit
TEIL VI / Letzter Teil!
Man sollte nicht unterschätzen, was es bedeutet, den Beginn einer Geschichte in die Welt zu setzen. Als Autor begibt man sich in Bringschuld. Sei die story auch noch so abstrus, mögen sich ihre wagemutigen Erzählstränge auch noch so wild verwirren; es hilft nichts: alles bisher Gesagte lechzt nach einem angemessenen Schluss! - Freilich, Schlüsse kann es vielerlei geben. So viele, wie es Fantasie gibt, und die gibt es endlos. Nichts wird mehr, je mehr man davon gibt - außer Fantasie, und natürlich auch das Maß der Liebe. Kein Wunder also, dass eine endlose Fülle an Enden erdenklich ist: offene Enden, Happy Endings, Enden mit Schrecken... Im Falle unserer Geschichte über Mackenzie und die Fischer von Drumnadrochit wurden eine ganze Menge Fragen aufgeworfen. Jetzt muss einer durch - komme, was wolle - und ein Ende für diese story finden.
"Gut. Dann wollen wir mal schauen, was Trevor Thracker noch so ausheckt und wie es Mackenzie und Connory ergehen wird", meinte Co-Autorin Meise. "Aber wie mag es jetzt nur wieder weitergehen?", überlegte Falcon etwas ratlos. "Lasst mich mal", drängelte mkh, und obgleich niemand wusste, ob das wirklich so gut sei, machten seine beiden Weblogkollegen den Weg frei und der selbsternannte Meister der Klabautermänner und Hafensänger begann, ein ungeheures Ende für die Geschichte von Drumnadrochit in die Tasten zu hauen.
Trevor Thracker hatte noch lange zugeschaut, wie sein zu Originalgröße remaximierter Plesiosaurus in den nebulösen Fluten des nächtlichen Loch Nis verschwunden war. "Have a good time", flüsterte er ihm noch geistesabwesend hinterher. Dann warf er das Whisky-Fläschchen, in dem er den Plesio zuvor durch die Zeit transportiert hatte, achtlos zwischen die alten Granitmauern von Urquhart Castle und begab sich entschlossen auf den Weg ins nahgelegene Dorf Drumnadrochit.
In Connory´s Gasthaus saßen Mackenzie, Flanagan, Logan und ein paar andere alte Fischer. Sie verharrten eine lange Weile in Wartestellung. Es war ja schon einige Zeit verstrichen, seit es an der alten Kneipentür aus Eichenholz geheimnisvoll geklopft und diese sich schließlich in ihren rostig quietschenden Scharnieren langsam geöffnet hatte. Einen Augenblick herrschte Spannung unter den Männern. Als dann aber lange gar nichts mehr geschah - kein Wunder! hatten die Erzähler doch erst einmal einen Schwenk nach Urquhart Castle gemacht! - da verfielen die vor Aufregung geöffneten Münder der Männer in ein geistesabwesendes Gähnen und bald in gelangweilte Grimassen, die völliges Desinteresse am weiteren Verlauf der Geschichte verrieten.
Bisher wurde von Autoren viel zu wenig darüber geschrieben, was denn eigentlich aus den Protagonisten irgendwelcher fiktiven Erzählungen wird, während diese von keinerlei Lesern Aufmerksamkeit erhalten, weil gerade mal wieder ein vermeintlich spannungsgeladener Perspektivenwechsel vollzogen wird. Nichts ist facettenreicher als das nicht beschriebene Leben der Romanfiuren, das sich zwischen den Seiten entfaltet, wenn alle sich unbeobachtet glauben! Habt ihr wirklich gedacht, die vergessenen Helden würden auf Dauer einfach nur so hocken bleiben, wie sie in der letzten Szene saßen, und würden ihre Zeit mit Nichtstun verbringen?! In unserem Fall: Der alte Mac hatte sich bald eine Weile verabschiedet, um neben seinem treuen Hund Old Jack ein Nickerchen zu machen, während Logan und Flanagan ein paar Runden Back Gammon spielten und Connory - immerhin zielorientiert! - schon mal das Schild mit der Aufschrift >>Nessie´s Bed and Breakfast<< malte, das er am nächsten Morgen drehbuchgerecht an seiner Pforte anbringen wollte. Als dann immer noch nichts geschah und die Autoren noch über de fragwürdige Fortsetzung der Geschichte grübelten, spielten die Protagonisten eine Weile als Nebendarsteller in anderen stories fremder Schriftsteller. Connory zum Beispiel hatte einen Gastauftritt in >>Highlander<<, wenngleich seine lange, hagere Gestalt mit der ewigen Whiskyfahne und dem eintönig wiederholten Schlachtruf "Nieder mit den Engländern!" nicht wirklich die Erwartungen der Regisseure erfüllte, was ja auch kein Wunder war, wie diesen schlagartig klar wurde, als dessen charismatischer Fast-Namensvetter mit dem Schottenrock für die Rolle des Ramirez am Empfang vorsprach; Sean Connery hatte sich verspätet.
Anyway, auf ein Zeichen der Autoren von >>Mackenzie und der Schrecken von Drumnadrochit<< ging Connory wieder auf Position und kramte mit den leise geflüsterten, mittlerweile sorgsam einstudierten Worten "...Es kann nur einen geben..." die Eisenstange hinter dem Tresen hervor, um auf alles gefasst zu sein, falls eben doch der Sensemann in der quietschenden Tür erscheinen sollte oder meinetwegen Mr. Flesher aus dem Nachbardorf, der dem Gastwirt vor einiger Zeit Geld geliehen hatte. Logan gab ihm ein beruhigendes Zeichen zur Zurückhaltung und ging langsam auf den Kneipeneingang zu. Die Gestalt, die dem alten Fischer im Ruhestand jetzt aus dem Schatten entgegentrat, war unglaublich: In verwaschenen Jeans, die es irgendwann einmal günstig bei Aldi gab, und einem unscheinbaren grauen Pullover, darüber eine wärmende Fleeceweste, erschien niemand anderes als: mkh! - "Alles in Ordnung, Logan?", fragte der Autor. "Na klar, nur mit dir haben wir jetzt überhaupt nicht gerechnet, ehrlich gesagt..." "Das ist normal, unsere Figuren wiegen sich immer in einer Art Scheinwelt und glauben, sie seien von der Realität abgeschlossen." "Realität?!?", raunzte da die zahnlose Wachtel Flanagan aus einer rauchigen Ecke, "bei deinen völlig abgehobenen Geschichten ist es ja kein Wunder, wenn man die Wirklichkeiten vollends durcheinander würfelt, alter Junge! Unglaublich, was wir hier mit dir durchexerzieren müssen!!!" "Ähm, sorry", sagte mkh sichtlich verlegen, "skurrile Geschichten haben aber doch eine lange Tradition! Denk nur an Douglas Adams oder an..."
In diesem Moment wurden die Männer unterbrochen. Erneut schlug die alte Eichentür auf und wer kam herein? Meise? Falcon? Nein. Ganz klar: es war Trevor Thracker! Der Tourimusmanager und Marketingexperte aus dem 21. Jahrhundert! "Moin, Mädels", hörten sie ihn fröhlich singen. "Und? Hast du deinen Plesio ordentlich ausgesetzt?", fragte Mac, der mit etwas Verspätung und noch ein wenig verschlafen jetzt auch wieder in der Geschichte erschienen war. "Rausgeflutscht und rein in die Fluten!", antwortete Thracker und orderte einen Whisky. "Na, dann kann ja nichts mehr schiefgehen!" meinte Connory, legte die Eisenstange weg, schob dem Zeitreisenden eine Flasche rüber und hob das Schild mit dem frisch gemalten Namenszug auf, um es draußen über der Tür seiner heruntergekommenen Spelunke anzunageln.
Und genau so, wie alles geplant war, kam es: Bald sollten in der Tat schon die ersten Gäste in dem abgelegenen Fischerdörfchen erscheinen, bei >>Nessie´s Bed and Breakfast<< nach einer günstigen Übernachtung fragen und sich auf sensationelle Beoabchtungsausflüge rund um Loch Nis begeben - immer auf der Suche nach dem Schrecken von Drumnadrochit, dem ungeheuerlich zweifelhaften Ungeheuer von Loch Nis! Das Dorf sollte im Lauf der Generationen, die das Monster entdecken wollten - oder auch jener, die fundiert beweisen wollten, dass es Nessie nicht gibt, gar nicht geben kann und niemals geben würde - immer wohlhabender werden, und die Nachfahren von Trevor Thracker sollten mit ihrem Berliner Reiseunternehmen >>Drumnadrochit Tours<< ein mehr als einträgliches Geschäft auf die Beine stellen. Und immer wenn wieder irgendwer meinte "Ungeheuer, die in schottischen Seen hausen sollen? Hat man so etwas Verrücktes schon mal gehört?" - dann sollte der verrückte Plesiosaurus, dem in seinem schottischen Loch zuweilen doch etwas kalt wurde, aus dem Wasser hüpfen und seine Flossen ein bisschen in der Highland-Sonne wärmen. Und alles, alles war gut, genau so wie es kam.
"Die Geschichte ist zu Ende! Aus irgendeinem Grund ist es ein aalglattes Happy End geworden. Warum auch nicht? Gerade jetzt an den Weihnachtstagen gibt es doch wieder genug Grund für Gram und Groll in der Gesellschaft, da können ja wenigstens die gruseligen stories aus Drumnadrochit einfach mal einen herrlich harmonischen Schluss haben, oder? Merry christmas and a happy new year!" Mit diesen Worten packte mkh seinen Lap in den Rucksack und ging, nicht ohne seine Protagonisten und natürlich auch seine Co-Autoren zu grüßen, aus Connory´s Gasthaus. Am Loch winkte er noch einmal der mesozoischen Meeresechse zu, dann war er weg. Es war schon fünf, und es gab ja noch anderes zu tun. In Drumnadrochit war es jetzt wirklich Zeit für ein...
...ENDE.
`
Lieber mkh,
wie schön, dass du dich vorgedrängelt hast, diese Geschichte weiter bzw. zuende zu erzählen. Ich beglückwünsche dich zu deinem aalglatten Ende und wünsche auch dir ein harmonisches Fest und einen wunderprächtigen Abschluss diesen Jahres.
Ich bin froh, dass ich hier bei dir verweilen, lesen und mitschreiben durfte und hoffe, dass wir uns im nächsten Jahr wieder lesen und schreiben und ein wenig zwischen den Zeilen des anderen verweilen. :)
Liebe, liebe Grüße,
deine Meise
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